Digital Leadership

Preisträger Digital Champions Award SOUTH 2019

Bayerns Quelle der Digitalisierung
06.06.2019
Alles Sieger des DCA Regionalvorentscheid South. Bild:  Deutsche Telekom

Start-ups oder eingesessene Familienunternehmen – in der Digitalisierung entdecken bayerische Unternehmen viele Chancen. So auch die Gewinner des Digital Champions Award in der Region South.

Diese Szenen spielen sich täglich in zahllosen Büros ab: Ein Besprechungsraum wird spontan gesucht, doch auf die Schnelle ist nicht sichtbar, welcher frei ist. Oder in einer Open-Space-Bürofläche wird ein freier Schreibtisch gesucht – wie wäre es mit einer Software, die per Wärmesensoren ermittelt, wo Raum für Gespräche im Gebäude ist? 

So eine hat das Start-up Visn aus München entwickelt, ein Corporate Start-up der OSRAM GmbH. „Mit unserer IoT-Lösung machen wir Bürogebäude intelligent“, sagt Mitgründerin Amanda Birkenholz von Visn. Diese technische Entwicklung hat auch die Jury des Digital Champions Award überzeugt, die dem jungen Unternehmen dafür in der Kategorie Digitale Produkte und Dienstleistungen den Sieg des Regionalwettbewerbs South zusprach. 

Doch im Süden Deutschlands, im Freistaat Bayern, sind es nicht allein die Industriekonzerne in den Städten, die die Digitalisierung verinnerlicht haben und sie in ihren Unternehmen ins Leben rufen. Es sind auch innovative und mutige Mittelständler aus dem ländlichen Raum, die diese Herausforderung nicht nur annehmen, sondern auch meistern.

Sieger der Kategorie Digitale Produkte und Dienstleistungen: Das Unternehmen VISN aus München. Bild:  Deutsche Telekom

So zum Beispiel einer der größten Hersteller und Anbieter von Schalungs- und Gerüstsystemen, die PERI GmbH aus Weißenhorn. „Wir helfen unseren Kunden dabei, Gebäude fünfdimensional zu planen“, sagt Fabian Kracht, Geschäftsführer des Familienunternehmens PERI. Der klare Fokus bei PERI liegt immer auf dem Kunden und seinem Wertschöpfungsprozess. Ein eigens gegründetes Digital Transformation Office koordiniert alle Aktivitäten bei PERI rund um die Digitalisierung. Das Unternehmen vermaß unter anderem das Ulmer Münster mit einem 3D-Laserscanner so, dass anschließend die exakt benötigten Gerüste für die Restaurierung geplant werden konnte. Für diese Arbeit und zahlreiche weitere marktreife digitale Angebote gab es den Sieg in der Kategorie Digitales Kundenerlebnis.

Sieger der Kategorie Digitales Kundenerlebnis: Das Familienunternehmen PERI. Bild:  Deutsche Telekom

Auf die Unterstützung durch neue Technologien, die die Digitalisierung erst möglich macht, setzt auch Schwan Cosmetics. Das Unternehmen, das zur Schwan Stabilo-Gruppe gehört, stellt Maschinen her, mit denen Kosmetikunternehmen in aller Welt ihrerseits Kosmetikstifte produzieren. In der Fernwartung setzt Schwan Cosmetics auf Augmented Reality mit entsprechenden Brillen. Der Mitarbeiter in der Zentrale des Familienunternehmens sieht, wo bei einem Defekt einer Maschine in einer weit entfernten Produktionsstätte das Problem liegt. Der Mitarbeiter vor Ort bekommt dann auf die Brille gespielt, wo zum Beispiel genau ein Teil angefasst werden muss. Dadurch fallen Anreisen von Mechanikern weg und der Kunde kann rasch das Problem selber beheben. „Unsere Lösungen aus der Kosmetikbranche nutzen inzwischen Maschinenbauer“, sagt Bernd Preuschoff, Head of Digital bei Schwan Cosmetics. Dafür gab es die Auszeichnung in der Kategorie Digitale Prozesse und Organisation. 

Sieger in der Kategorie Digitale Prozesse und Organisation: Das Unternehmen Schwan Cosmetics aus Heroldsberg. Bild:  Deutsche Telekom

Auch die blue-zone AG ist ein Mittelständler, der den Mitarbeiter vor Ort unterstützt. In diesem Falle können Außendienstmitarbeiter dank der auch offline zu nutzenden Software, beim Kunden mit allen wichtigen Daten versorgt sind. „Der Mitarbeiter hat so den kompletten Produktkatalog dabei, nutzt die integrierte Touren- und Routenplanung, um sie zu optimieren und kann alle wichtigen Infos über seine Kunden speichern“, sagt Richard Mayr, Vorstand der blue-zone AG. Schon 2010 hat das Unternehmen auf eine Cloud-Lösung gesetzt: „Das war damals ein No-Go, denn Cloud, das war ja ganz böse“, erinnert sich Mayr. Heute hat das Unternehmen mit der frühen Entscheidung für die Cloud einen Vorsprung erarbeitet. Auch diese Unternehmensentscheidung von vor neun Jahren trägt dazu bei, dass blue-zone dafür den Digital Champions Award in der Kategorie Digitale Transformation Mittelstand erhält.

Dabei ist der Standort Rosenheim in den Augen Mayrs ein Vorteil: „Wir sind in einem Viereck aus vier verschiedenen Hochschulen. Salzburg, Kufstein, Rosenheim, München – das ist wirklich ein Quell der Digitalisierung.“

Sieger in der Kategorie Digitale Transformation Mittelstand: Die blue-zone AG aus Rosenheim. Bild: Deutsche Telekom