Innovationen

Glasfaseranschluss: Lichtgeschwindigkeit fürs Internet

Der Glasfaseranschluss macht Unternehmen zukunftsfähig. Schnelles Internet ist Voraussetzung für die digitale Transformation.
21.05.2019
Der Glasfaseranschluss bietet Unternehmen eine gute Basis für die digitale Transformation. © Fotolia / Thomas Söllner

Glasfasernetz wird immer enger

DSL (Digital Subscriber Line) ist auch 2019 noch der am weitesten verbreitete Internetanschluss. Die früher üblichen 16 Mbit/s sind heutzutage die kleinste verfügbare Option, denn oft erfüllt diese Geschwindigkeit nicht mehr die aktuellen Bedürfnisse. 25 Mbit/s gelten als neuer Mindeststandard, wenn beispielsweise Videos in hoher Qualität gestreamt werden sollen.

In Unternehmen greifen allerdings mehrere Leute gleichzeitig auf das Netz zu – und spätestens in diesen Fällen ist ein Glasfaseranschluss die wesentlich bessere Option. Das sogenannte Breitbandinternet ist in immer mehr Gebieten in Deutschland verfügbar, innerhalb der nächsten Jahre sollen auch die letzten Lücken geschlossen werden

In Schleswig-Holstein haben sich beispielsweise 60 Betriebe und Institutionen zu einem Bündnis für Glasfaserausbau zusammengeschlossen. Ihr Ziel: Bis 2025 sollen alle Haushalte und Unternehmen in dem Bundesland ans Glasfasernetz angebunden sein. Denn nur damit ist eine konkurrenzfähige, digitale Infrastruktur gesichert.

Glasfaser kurz erklärt

Bei Glasfasern handelt es sich um dünne Fäden aus Glas. Sie übertragen Daten mit Lichtimpulsen. Dabei sind sie deutlich schneller als die bisher zur Bereitstellung von Internet genutzten Kupferdrähte. Darüber hinaus gelten Glasfasern als deutlich weniger störanfällig.

Von VDSL zu FTTH

Für den Glasfaseranschluss haben Anbieter mehrere Möglichkeiten, die auch als FTTX bezeichnet werden. Die Abkürzung für „Fiber to the x“ bedeutet auf Deutsch so viel wie „Glasfaser bis x“ und ist ein Oberbegriff für drei Arten von Glasfaser-Internet. Dabei unterscheiden sich die Anschlüsse danach, wie viel der Leitung von der Vermittlungsstelle bis zum Endverbraucher bereits aus Glasfaser besteht.

Das momentan gängigste Glasfaser-Internet ist FTTC (Fiber to the curb). Hierbei reicht der Glasfaseranschluss lediglich von der Vermittlungsstelle bis zur Bordsteinkante. Also bis zum Verteilerkasten, von dem aus die Leitung zum Gebäude des Endverbrauchers führt. Für den Rest des Weges werden weiterhin die bereits bestehenden Kupferdrähte verwendet.

FTTC wird auch als VDSL bezeichnet, was für „Very High Speed Digital Subscriber Line“ steht. Dieser Anschluss schafft eine Geschwindigkeit von bis zu 100 Mbit/s. Allerdings gilt das nur, wenn Vector-Technologie genutzt wird, um Störungen zwischen den Kupferkabeln aufzuheben. Zudem nimmt die Geschwindigkeit mit der Entfernung zum Verteilerkasten ab. So sinkt VDSL häufig auf bis zu 50 Mbit/s.

Glasfaser wird in der Erde verlegt. Immer mehr Gebiete werden erschlossen. © Fotolia / Jörg Lantelme

Noch schneller surfen ganz ohne Kupfer

Einen noch größeren Schub bekommt das Internet, wenn die Glasfaser bis zum Gebäude oder sogar direkt bis zum Endverbraucher reicht. Das sogenannte FTTB (Fiber to the building) und FTTH (Fiber to the home) kommt auf Geschwindigkeiten von bis zu 1.000 Mbit/s. Nach der aktuellen BREKO Breitbandstudie gab es im Jahr 2018 rund acht Millionen Breitbandanschlüsse in Deutschland, darunter waren aber nur 931.000 FTTB bzw. FTTH. Besonders für Unternehmen treibt die Telekom den Ausbau mit diesem durchgängigen Glasfaseranschluss stark voran. Denn bereits kleine Betriebe können von dem enormen Zuwachs an Geschwindigkeit deutlich profitieren.

Was Firmen ein Glasfaseranschluss bringt

Heißt es in der privaten Wohnung einfach nur noch schneller downloaden oder besser streamen zu können, so ist der Glasfaseranschluss für Unternehmen häufig eine wichtige Voraussetzung zum effizienten Arbeiten. Deshalb haben sogar kleine Handwerksbetriebe oft schon Geräte, die über das Netzwerk miteinander kommunizieren. Die eigene Firma durch digitale Präsentationen, Videos in sozialen Netzwerken oder Internet-Telefonie multimedial aufzustellen, wird in Zeiten der Digitalisierung zudem immer wichtiger.

Glasfaser bei der Telekom

Mit den IP-basierten Glasfaser-Anschlüssen DeutschlandLAN IP Start Fiber und Voice/Data Fiber surfen Unternehmen mit blitzschnellen 500 oder 1.000 MBit/s im Netz. Immer inklusive sind Flatrates fürs deutsche Festnetz sowie in alle deutschen Mobilfunknetze.

>> Mehr Infos zum Glasfaserausbau
Je größer ein Unternehmen ist, desto eher stehen auch Themen wie Cloud Computing oder Blockchain auf die Agenda. Die neuen Technologien können den Arbeitsalltag deutlich erleichtern und transparenter gestalten. Sinnvoll einsetzbar sind sie in der Regel aber nur mit einem Glasfaseranschluss, der bis an den Arbeitsplatz reicht.

5G-Anbindung per Funk mit über 100 Gbit/s

Glasfaser lässt sich nur in Gebieten verlegen, wo auch Tiefbau möglich ist. Es gibt aber eine High-Speed-Alternative: Die Datenübertragung per Funk. Mit einer 5G-Anbindung lassen sich so Datenraten von über 100 Gbit/s erzielen. Testweise hat die Deutsche Telekom in Kooperation mit dem Netzwerkausrüster Ericsson diesen neuen Meilenstein bereits erreicht. Genutzt wurde die sogenannte "MIMO"-Technologie (Multiple Input Multiple Output). Zum Einsatz kommen dabei mehrere Sende- und Empfangsantennen.

Bis diese Technologie für Unternehmen verfügbar ist, wird es noch einige Zeit dauern, doch das Experiment hat gezeigt, was mit dem künftigen Mobilfunkstandard alles möglich ist.